Rimau, sagt die träge Katze

Mein Kater mochte Wasser und auch ein Bad…

Benn Wederwill

Viel sei sie heut gelaufen
so hat sie mir erzählt
sie musste sogar schnaufen
hat sich hinaufgequält

auf einen hohen Gipfel
ging unter Baum und Strauch
stand auf dem höchsten Wipfel
sah einen Flusslauf auch

dort sei sie dann geschwommen
sie sagt, gar gegen den Strom
und weit wär sie gekommen
bis hin zum Felsendom

ein Steinbock wär gesprungen
mit ihr von Fels zu Fels
jodelnd hätt sie gesungen
er kraulte ihr den Pelz

Soll das denn alles stimmen?
sieh in die Augen mir
du kannst doch gar nicht schwimmen
du bist ein Katzentier!

Rimau, sagt da die Katze
herablassend ist ihr Blick
das kannst DU gar nicht ermessen
denn zum Erfinden gehört Geschick!

Ursprünglichen Post anzeigen

Gesammeltes

Und hier wieder sehr schöne Gedichte von verschiedenen Autoren…

Benn Wederwill

Weite Reise (Hannelore Hilbert)
Auf ihrem Schoß wer sitzt denn da
es ist das kleine Kind
„komm Oma wir fahr’n nach Amerika
wo wilde Tiere sind“

So hüpft es auf dem Schoß herum
so lustig und so froh
laut lacht sie mit, ihr Rücken ist krumm
das ist bei Omas so

Und abends dann am Küchentisch
da reden sie vom Tag
„In Amerika war der Wind heut frisch
wie das wohl kommen mag?“

„Das liegt am wilden Ozean
am riesengroßen Teich
dort stürmt er wild und als Orkan!
zum Glück sitz ich hier –
weich!“

Hände (Benn Wederwill)
Lass mich heute über deine
schönen müden Hände schreiben
und ich will es gerne tun
heute sollen meine Hände
wärmend auf den deinen ruh’n

Deine Hände erzählen mir
von einem ganzen Leben
jedem haben sie von allem
reichlich stets und gern gegeben

Lass mich heute über deine
schönen müden Hände schreiben
und…

Ursprünglichen Post anzeigen 119 weitere Wörter

Die Freiheit der Liebe (du suchst es dir nicht aus)

Höre nicht auf zu lieben…

Benn Wederwill

„Die Freiheit des Menschen ist die Freiheit seiner Liebe“ (Linda Fichte, dtsch. Heimatschriftstellerin)

So ist die Freiheit der Liebe
Für Heinz und Paola, Benn Wederwill, 2013

Wen und wann du liebst, kannst du dir nicht aussuchen.
Aber du hast die Freiheit zu lieben.
Und niemand kann dir diese Freiheit nehmen.

Man kann dir sagen: Es gehört sich nicht.
Wirst du deshalb aufhören zu lieben? Nein.
Man kann dir sagen: Es darf gar nicht sein.
Wirst du daraufhin aufhören? Nein.

Aber fragt man dich: Kannst du denn aufhören?
Was wirst du darauf sagen? Nein.

Und fragt man dich: Liebst du denn gern?
Schön ist es dann, wenn du antworten kannst:
Ja.

Ursprünglichen Post anzeigen

Mitgefühl?!

Hingeschaut, nicht weggeschaut…

Textnetz

 Noch 12 Minuten dann kam meine Bahn.
Die Zeit verstrich so unglaublich lahm.
Ich sah mich um und entdeckte einen Mann auf einer Bank,
wie er verloren eine Bierflasche trank.

Seine Klamotten waren verschmutzt und alt,
sein Gesichtsausdruck war total kalt.
Seine Alkoholfahne roch man bis zu mir.
Er trank seine Flasche voller Gier.

Er hatte eine Zigarre im Mund
wahrscheinlich war sie ein Straßenfund.
Ich sah‘ ihn an und er tat mir so leid.
Er saß dort wohl schon eine Ewigkeit.

Er bemerkte mich,
er sah‘ mir direkt in mein blasses Gesicht.
Sein Blick führte direkt ins Leere.
Ihm kam niemand mehr in die Quere.

Er sah so aus als wäre alles in seinem Leben falsch gelaufen,
Als täten sich in seinem Leben die schlechten Dinge haufen.
Vor mir hielt quietschend die Bahn.
Mit schlechtem Gewissen bin ich von ihm weggefahrn‘.

Mitgefuehl

Fotografie:http://bfohlert.wordpress.com/author/bfohlert/

aus einer Austellung in der Villa Rot

Ursprünglichen Post anzeigen