Wissenswertes zum Gründonnerstag…

Der Grüne Donnerstag ist seit dem 13. Jahrhundert belegt. Der Name entstand um 1200 im mitteldeutschen Raum und beschränkt sich auf das deutsche und tschechische Sprachgebiet.
Die Herkunft des Namens ist nicht geklärt. Möglicherweise könnte der Name Gründonnerstag vom mittelhochdeutschen Wort „greinen“, wehklagen, kommen, weil nach dem letzten Abendmahl Jesus von Judas verraten wurde und am Kreuz starb.
In anderen Sprachgebieten wird der Gründonnerstag auch „Weißer Donnerstag“, „Großer Donnerstag“, „Reiner Donnerstag“ oder „Tag der Fußwaschung“, Tag der ungesäuerten Brote“, „Chrisamweihe“ genannt.

Der Gründonnerstag ist der Tag vor dem Karfreitag und zählt zu den drei Kartagen. An ihm gedenken die Christen des letzten Abendmahles Jesu mit den zwölf Aposteln, am Vorabend seiner Kreuzigung. Der Gründonnerstag war früher ein Tag öffentlicher Sündenvergebung. Früher war er auch ein gesetzlicher Feiertag.

Mit der Vesper beginnt am Abend des Gründonnerstags das Triduum Sacrum oder das Triduum Paschale, also die Feier der drei österlichen Tage Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag.
Liturgisch hat der Gründonnerstag eine besondere Prägung. Am Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag werden feierlich gesungene Kar-Metten mit der Gemeinde gefeiert. In den Bischofskirchen findet am Vormittag eine heiligen Messe, in der die Weihe der Heiligen Öle (für die Taufbewerber, des Krankenöls für die Krankensalbung und des Chrisams, für die Firmung und andere Anwendungen) statt. Der Gründonnerstag gilt auch als Fest der Einsetzung des Priestertums.

In allen Kirchen wird die Messe vom letzten Abendmahl gefeiert. Während des Glorias läuten alle Glocken, danach schweigen die Glocken bis zum Gloria der Osternacht. Andere Musikinstrumente schweigen in dieser Zeit.

Nach der heiligen Messe wird das Allerheiligste unter Psalmengesang, in einer schlichten Prozession, zu einem Seitenaltar gebracht und dort verschlossen. Die in der Messe vom letzten Abendmahl gewandelten Hostien werden den Gläubigen in der Kommunionfeier am Karfreitag gereicht, da an diesem Trauertag keine Eucharistie-Feier stattfindet. Nach dem Gottesdienst werden sämtliche Decken und Schmuck vom Hauptaltar und allen anderen Altären entfernt, mit Ausnahme des Altars, auf dem die Eucharistie aufbewahrt wird. Dies soll Trauer symbolisieren. Es soll aber auch an die Überlieferung erinnern, wonach Jesus die Kleider vom Leib gerissen wurden.

In vielen Gemeinden finden Gebetswachen, so genannte Ölbergstunden, statt. In manchen Gegenden dauern die Gebetswachen die ganze Nacht an. Sie sollen an die Nachtwache der Jünger Jesu am Ölberg erinnern. Mancherorts besteht der Brauch nach dem Gottesdienst , ein Freundschaftsmahl, eine Agape zu halten. Bei diesem Mahl werden oft ungesäuerte Brote , wie etwa Matzen, orientalisches Fladenbrot oder Milchbrote, sowie Wein oder Traubensaft gereicht. Die Brote werden miteinander geteilt, um an das letzte Abendmahl Jesu, zu erinnern.

Brauchtum:

In verschiedenen Gegenden werden statt Musikinstrumente, Ratschen eingesetzt. Durch ihren harten Klang sollen sie an die Leidenszeit Jesu erinnern. In manchen Ländern, wie zum Beispiel der Tschechischen Republik oder in Luxemburg, wird das Schweigen der Glocken vom Gründonnerstag bis Ostern am Ostersonntag von Kindern beendet, die mit Holz-Ratschen lärmend durch die Straßen ziehen.

In vielen Gemeinden wird das Ritual der Fußwaschung vollzogen. Der Priester wäscht nach dem Vorbild Jesu zwölf Personen symbolisch die Füße, um deutlich zu machen, dass das kirchliche Amt den Charakter des Dienstes und nicht der Herrschaft hat. Die Bereitschaft zur Nächstenliebe wird durch das Einsammeln von Gaben für Bedürftige und Arme veranschaulicht.

Alten Bräuchen nach, essen einige Menschen am Gründonnerstag vor allem grünes Gemüse wie Kohl, Nesseln, Salate und Kräuter. Es gibt abergläubische Theorien, die besagen, dass mit dem Verzehr der grünen Nahrungsmittel die Kraft des Frühlings aufgenommen wird und so ein heilvolles Jahr bevorstünde.

Ein anderer Brauch besagt, dass Eier, die an diesem Tag gelegt werden, besonders viel Glück bringen.

In der Oberlausitz gehen Kinder von Tür zu Tür und bitten um Süßigkeiten. Auch in Schweden verkleiden sich Kinder am Gründonnerstag als Hexen. Sie ziehen, ähnlich wie an Halloween, von Haus zu Haus und erhalten Süßigkeiten oder Ostereier.

In Mühlhausen, Thüringen, soll es Glück bringen, wenn an diesem Tag eine Brezel gegessen wird, ansonsten würden einem Eselsohren wachsen.

In Großbritannien verteilt die Queen traditionell Geld („Maundy Money“) an arme, betagte Menschen.

In Bulgarien bemalen die Menschen am Gründonnerstag die Ostereier. Auch in Coburg werden zum Teil noch heute die Ostereier schon am Gründonnerstag gesucht, gebracht vom „Grüa Hoas“ (Grünen Hasen).

In Spanien und Italien finden vielerorts stille Prozessionen statt. Als die schönste spanische Prozession, gilt die Prozession auf Mallorca.

In Georgien wäscht das Kirchenoberhaupt die Füße von 12 Priestern, die die Jünger Jesu symbolisieren.

Auf Malta, den Phillippinen und den südamerikanischen Ländern besuchen die Gläubigen 7 Kirchen. Dieser Brauch stammt vermutlich aus dem Mittelalter und soll den Leidensweg Christi mit seinen Stationen symbolisieren. Manchmal werden statt der 7 , 14 Kirchen, besucht.

In den USA spielen manche Kirchengemeinden am Gründonnerstag die Geschehnisse aus der Bibel nach.

Quelle: teilweise Wikipedia

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